Wohnen als hochsensibler Mensch kann eine besondere Herausforderung sein, da deine Umgebung einen großen Einfluss auf dein Wohlbefinden hat. Du nimmst Reize intensiver wahr – sei es Licht, Geräusche oder die Atmosphäre eines Raumes. In diesem Blogbeitrag zeige ich dir, wie du dein Zuhause zu einem Rückzugsort der Ruhe und Harmonie gestalten kannst. Entdecke praktische Tipps und kreative Ideen, um dein Wohnumfeld optimal an deine Bedürfnisse anzupassen!
Was einen Hochsensiblen Menschen ausmacht:
Weißt du nicht genau, ob du hochsensibel bist? Vielleicht kennst du es: Deine Antennen sind an: Licht, Geräusche, Emotionen anderer Menschen, Farben… Alles geht ungefiltert in deinen Kopf. Einfach in den Flugmodus und abschalten? Schwierig!
20 – 30 % aller Menschen sind hochsensibel. Aber auch der Rest der Menschen sind in einer schnelllebigen Welt reizüberflutet und sehen sich nach Ruhe.

Der Alltag einer hochsensiblen Person fordert. Büro, Kollegen, Familie und Kinder, der allgemeine Wahnsinn des Lebens. Ihnen entgeht selten ein Detail. Fluch und Segen zugleich. Diese besonders feine und detailreiche Wahrnehmung zeichnet Sie aus. Innere und äußere Reize werden ungefiltert aufgenommen und erzeugen dadurch einen viel höheren Impuls auf das Nervensystem als bei normal sensiblen Menschen. Aber nicht jeder hochsensible Mensch ist gleich: Der Eine ist hochempathisch und erkennt auf 100 Meter entfernen in welcher Stimmung sein Gegenüber heute bist. Der Andere reagiert auf grelles Licht und Lärm fast allergisch und flüchtet bei großen Menschenmassen. Was alle gemeinsam haben: „Das Fass“ ist schneller voll, als bei normal sensiblen Menschen.
Wie dir ein achtsames Zuhause helfen kann:
Wenn du nach einem Tag voller Reize in dein Zuhause zurückkehrst, kann eine entsprechende Gestaltung deiner Räume dir helfen dein Nervensystem zu regulieren. Es geht darum herauszufinden, welche Anforderungen speziell für dich wichtig sind, um Harmonie und Ruhe zu finden, die dir hilft dich wohl zu fühlen. Denn nicht jeder hochsensible Mensch ist gleich.
Es geht darum Reize zu reduzieren und trotzdem Behaglichkeit herzustellen. Es gilt ein Gefühl herzustellen, das Zuhause-Wohlfühl-Gefühl, nach dem du dich sehnst, wenn dir alles zu viel wird und dein Fass kurz vorm Überlaufen ist.
Überprüfe dein Zuhause – 7 Anhaltspunkte
1 Weniger ist mehr
Der wichtigste Zuerst: Überprüfen wie „voll“ dein Zuhause ist! Voll bedeutet: Welche Möbel nutzt du wirklich? Welcher Deko-Artikel steht in Regal, aber bringt dir eigentlich gar keine Freude mehr? Wovon könntest du dich trennen?
Stelle nicht jede freie Ecke mit noch einem Möbelstück voll, sondern überlege wie du Möbel reduzieren kannst. Es tut gut dem Raum Luft zum Atmen zu geben, so kannst du dort auch besser atmen. Überlege was du wirklich brauchst bzw. auf was du tagtäglich schauen willst.

2. Einheitliche Farben und Materialien
Welche Farben herrschen vor? Sind es mehr als 3-4 Farben in einem Raum, die dominant sind?
Achte auf nicht zu viele unterschiedliche Farben und Materialien. Überlege welche Farben dir guttun. Du kannst z.B. bei Pinterest recherchieren. Was spricht dich an, wiederholt sich ein Farbkonzept?
Nicht zu viele Muster, wenn dann ausgewählt. Taste sich heran, teste es Schritt für Schritt. Wie wirkt es auf dich? Kannst du es tagtäglich „aushalten“?
3. Aufräumen!
Ja, es nervt, aber es kann wirklich sehr helfen. Es geht nicht um sterile Krankenhaus-Sauberkeit. Nein, eher um Klarheit. Lasse nicht zu viel „Kram“ rumliegen. Überlege dir Orte für deine Alltagsgegenstände. Wenn Dinge einen Ort zugeordnen werden können, schafft dies einen aufgeräumten Charakter im Raum.
Räume regelmäßig hinter dir her, das schafft Ruhe.
4. Geräusche / Akustik
„Hörst du das Piepen?“ Die kleinsten Nebengeräusche kann einen Hochsensiblen Menschen aus der Fassung bringen und Unruhe stiften. Gehe auf „Spuren“-Suche. Gibt es Geräusche, die eine Grund-Unruhe in dein Zuhause bringen?
Es hilft Räume mit Teppichen oder Gardinen auszustatten, um hallige Räume zu dämpfen und so auch Nebengeräusche zu mindern. Zum Beispiel: Greife eher zu Textilpolster bei deinen Stühlen, statt zu Leder.
5. LICHT schafft Atmosphäre
Welches Licht brauchst du an welcher Stelle?
Licht ist ein komplexes Thema: Unterschiedliche Räume und verschiedene Tätigkeiten und Bedürfnisse erfordern die verschiedensten Lichtquellen.

Tageslicht ist wichtig: Du brauchst es in jedem Raum. Es verschafft gute Laune und meist auch einen Ausblick ins Freie. Ein Blick ist Grüne ist optimal, um unsere Sinne zu regulieren.
Wie verschattest du, wenn es zu viel wird? Gardinen oder Rollos?
Grundbeleuchtung: Es sollte eine Beleuchtung im Raum geben, die ein Ausleuchtung des Raums ermöglicht. Diese sollte sich aber auch nicht anfühlen, als ständen wir im Stadion. Wenn man darauf achtet, dass das Leuchtmittel mit warmen Licht leuchtet (2700-3000 Kelvin) hilft das ungemein.
Stimmungslicht: Indirekte Beleuchtung durch Tisch-, Wand- oder Stehleuchten tragen immens dazu bei einem Zuhause behaglich und wohnlich wirken zu lassen. An einem dunklen Herbstabend können es auch Kerzen sein, die uns das heimliche Zuhause-Gefühl verschaffen.
6. Natur bringt Erdung
Was ist damit gemeint?
Das Gefühl der Erdung bezieht sich auf einen Zustand, in dem man sich zentriert, stabil und im Einklang mit sich selbst und seiner Umgebung fühlt. Es kann eine Art von innerer Ruhe und Klarheit sein. Erdung erfahren wir u.A. durch Natur: Sie bringt uns wieder ins Gleichgewicht, wir spüren uns besser. Wir profitieren davon natürliche Materialien einzusetzen: Holz, Glas, Textilen aus Wolle oder Leinen, Flechtwerk. Lass es „echt“ sein und kein Imitat. Der echte Holzboden fühlt sich anders an, als ein Imitat. Stelle Pflanzen oder Schnittblumen auf, sodass du auch mal an Ihnen riechen kannst. Kaufe weniger, dafür hochwertiger und natürlich. Vermeide „günstige“ Schnapper, die dir auf Dauer aber keinen Halt und Freude bringen.
Sei es ein Zimmer, eine Wohnung, ein Haus… Es ist dein Zuhause! Ein Rückzugsort, der für sensible Menschen ein Kokon zur Außenwelt darstellt. Ich hoffe, dass ich dir mit den Tipps und Erklärungen eine Hilfe sein kann, auf dem Weg zu deinem Wohlfühlort.
Das feine Spüren von Beschaffenheit und das sensible Hinhorchen schafft den Unterschied: Das, was andere gar nicht wahrnehmen können, kann dein System stressen oder erfüllt dich mit Freude und Glück.




